DIY - KOLUMNE

LET’S TALK ABOUT – #zwölffragenan Katja von schoenstebastelzeit

Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten ●

WERBUNG – VERLINKUNG

Die Nähszene ist in den letzten Jahren immens gewachsen. Das ist eine wahnsinnig vielfältige und interessante Entwicklung. Deshalb habe ich die Interviewreihe LET’S TALK ABOUT ins Leben gerufen. Es gibt Einblicke in die Welt der Kreativköpfe der Nähszene, die auch mich immer wieder inspirieren und deren Schnitte ich gerne nähe. Zwölf Fragen zu Tipps, Tricks, Fails und unserer Gemeinsamkeit, der Faszination für das Nähen und Selbermachen. Es geht um Motivation, Mut und Miteinander. Ich möchte mit dem Interview motivieren etwas selbst zu machen. Kleidung und Accessoires selber zu nähen oder bewusster zu konsumieren. Getreu nach dem Motto meiner Heldin Vivienne Westwood „buy less, choose well …“ Viel Spaß mit dem Interview, denn jede*r fängt einmal irgendwo an! Also lasst euch ermutigen und probiert aus, worauf ihr Lust habt. Tipps der erfahrenen Kreativköpfe inklusive!


1 // Wer bist du, was möchtest du zu dir sagen?

Gute Frage – denn manchmal frage ich mich das selbst. Ganz nach dem Motto: Wer bin ich und vor allem wie viele? Zum einen bin ich ganz einfach Katja. Die Katja, die immer zu viele Ideen und zu wenig Zeit hat, auf den letzten Drücker zur Hochform aufläuft und mit einem gar nicht klar kommt: Ungerechtigkeit. Zum anderen bin ich leidenschaftliche Schreiberin – ich habe diese Leidenschaft zum Beruf gemacht, und arbeite als Redakteurin. Und dann bin ich mit ganzem Herzen Mama und Familientier. Ob mein Tag zu wenig Stunden hat? Immer! Eine bunte Mischung von all dem gibt es seit 2013 auf meinem Blog www.schoenstebastelzeit.de.

2 // Wann und wie bist du zum Nähen gekommen?

Den Grundstein dazu hat meine Mutti gelegt – wir hatten früher immer irgendein kreatives Projekt am Start. Die Nähmaschine spielte allerdings nie wirklich eine Hauptrolle, sie war eine von vielen Protagonisten. Aber ich konnte sie schon als Kind bedienen, und als Jugendliche nähte ich mir vor allem Kostüme für die Fasnet. Richtig wieder eingestiegen bin ich dann mit der Geburt unserer Tochter im Jahr 2011. Die ersten Nähblogs waren online. Und ich ganz schnell von zwei Dingen überzeugt: Ich will wieder mehr nähen. Und ich will einen Blog schreiben.

3 // Wann ist aus dem Hobby Berufung oder auch Beruf geworden? Gab es einen Auslöser?

In der Elternzeit stellten sich die Weichen neu. Ich war davor schon unzufrieden im Job – nicht mit meiner Tätigkeit an sich, aber ich trat auf der Stelle, konnte mich nicht weiterentwickeln. Mein Blog bot mir in dieser Zeit die Spielwiese, die ich im Beruf nicht bekam. Ich konnte Neues lernen, mich in die multimediale Richtung weiterentwickeln. 2015 fasste ich all meinen Mut zusammen und kündigte – zwei Monate später hatte ich den ersten Job als Freelancerin in der Tasche, und übernahm den Instagram-Kanal von Snaply. Es folgten weitere Aufträge – sowohl online als auch ganz klassisch. Im Herbst vergangenen Jahres hatte ich dann ein verlockendes Angebot auf dem Schreibtisch. Ich hab angenommen, und arbeite aktuell als Multimedia-Redakteurin. Das Nähen und mein eigener Blog sind dadurch etwas in die zweite Reihe gerückt, aber beides ist trotzdem nicht wegzudenken aus meinem Alltag.

4 // Was fasziniert dich am Nähen?

Der Prozess – dass aus verschiedenen Einzelteilen am Ende ein großes Ganzes heraus kommt. Und: Ich kann dabei total abschalten: „Nähmaschine an, Welt aus.“

5 // Welches Nähprojekt ist komplett schief gelaufen?

Eines? Teile für die Tonne gab es hier schon zuhauf. Ausgeleierte Bündchen, Fadenlauf nicht beachtet, Muster auf dem Kopf, Passform-Nieten – die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Aber da ich nie einen Nähkurs besucht, sondern mir alles step by step selbst beigebracht habe, gehört das wohl einfach dazu.

6 // Was war bisher dein aufwendigstes Nähprojekt?

Gemessen an den Schnittteilen oder an der Näh-Zeit? Bei den Schnittteilen haben die Taschen – etwa die #yellobag oder mein Zuhause für die Häkelnadeln – die Nase vorn. Was die Nähzeit angeht, saß ich im Herbst vergangenen Jahres recht lang an meinem allerersten Mantel, einem Coatigan von Schnittchen Patterns. Vor allem das Einnähen des Futterstoffes hat meine Geduld heraus gefordert. Perfekt ist er nicht, aber ich mag ihn trotzdem sehr. Und ich muss ihn endlich mal noch auf Blog und Instagram zeigen…

7 // Dein ultimativer Tipp für Näh-Neulinge?

Einfach machen! Und die Latte für den persönlichen Einstieg nicht allzu hoch legen, sondern sich für den Start einfache, schnell zu realisierende Projekte vornehmen – denn ein schnelles Erfolgserlebnis ist die beste Motivation.

8 // Was ist dein liebstes Nähgadget?

Ganz klar: mein Handy – denn mit dessen Hilfe kann ich mich in Sekundenschnelle zu meinen liebsten Nähfreundinnen beamen. Sie lösen Knoten im Kopf, schicken Motivation, kloppen mit mir gemeinsam ein Teil in die Tonne, trinken mit mir einen Kaffee oder Gin, und eine von ihnen weiß immer Rat. Mein zweitliebstes Näh-Gadget ist mein Nadel-Parkplatz mit seinen unterschiedlichen Kategorien: Seither kann ich mir ENDLICH merken, welche Nadel in der Maschine steckt.

9 // Was darf in deinem Nähbereich auf keinen Fall fehlen?

Gutes Licht, mindestens eine gute Schere, das Bügeleisen – und ja, sehr gerne auch ein bisschen Nervenfutter in Form von Schokolade, Gummibärchen oder Nüssen.

10 // Woher oder von wem nimmst du deine Inspiration?

Ganz klar – aus diesem Internet! Ich bummle aber auch total gerne durch die Stadt, durch bestimmte Läden. Allerdings hat sich mein Kaufverhalten in den vergangenen Jahren krass geändert. Ich kaufe viel bewusster, gebe nicht mehr jedem Impuls nach – und denke wahnsinnig oft: „Also DAS kann ich doch selbst nähen!“

11 // Hast du einen Näh-Trick, den du verrätst?

Ruhe! Die meisten Fehler passieren mir, wenn ich „mal schnell noch eben“ was machen will. Dann vergesse ich, den Zipper auf einen Reißverschluss zu ziehen, oder nähe garantiert die Wendeöffnung zu …

12 // Gibt es eine Frage die ich nicht gestellt habe, die du gerne beantworten möchtest?

The magic of blogging – das ist für mich weitaus mehr als eine Website im Internet mit dazugehörigen Socialmedia Kanälen bespielen. Aus dieser Leidenschaft heraus ist so ein grandioses Frauen-Netzwerk entstanden, Freundschaften von Nord nach Süd, von Ost nach West haben sich entwickelt. Dafür bin ich unglaublich dankbar – denn trotz gleicher Leidenschaft treffen so unterschiedliche Sichtweisen und Lebenseinstellungen in meiner Filterblase aufeinander. Das ist unglaublich bereichernd, und hilft mir immer wieder dabei, um die Ecke zu denken, über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen. Getreu meinem Motto #nevernotlearning.


Weitere Infos und Inspiration findest du auf:
www.schoenstebastelzeit.de // Instagram: @schoenstebastelzeit
Und wer unsere Alter-Egos en miniature auf Reisen begleiten möchte,
darf gerne mal bei den playmo.sommers auf Instagram vorbei schauen


Liebe Katja, danke für deine wunderbaren Antworten. Sie sind wieder so lebendig formuliert und ich habe fast das Gefühl, du hast mir die Fragen diretk bei einem Kaffee beantwortet. Ein Glück, dass du schreibst, denn ich mag deine Texte immer sehr. Vielen lieben Dank, dass du dir die Zeit genommen hast. Schön, dass du dabei bist. alles Liebe für dich, die Familie und die Playmos!

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code