DIY - KOLUMNE

LET’S TALK ABOUT – #zwölffragenan Brid und Anja von STUDIO SCHNITTREIF

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten ●

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Die Nähszene ist in den letzten Jahren immens gewachsen. Das ist eine wahnsinnig vielfältige und interessante Entwicklung. Deshalb habe ich die Interviewreihe LET’S TALK ABOUT ins Leben gerufen. Es gibt Einblicke in die Welt der Kreativköpfe der Nähszene, die auch mich immer wieder inspirieren und deren Schnitte ich gerne nähe. Zwölf Fragen zu Tipps, Tricks, Fails und unserer Gemeinsamkeit, der Faszination für das Nähen und Selbermachen. Es geht um Motivation, Mut und Miteinander. Ich möchte mit dem Interview motivieren etwas selbst zu machen. Kleidung und Accessoires selber zu nähen oder bewusster zu konsumieren. Getreu nach dem Motto meiner Heldin Vivienne Westwood „buy less, choose well …“ Viel Spaß mit dem Interview, denn jede*r fängt einmal irgendwo an! Also lasst euch ermutigen und probiert aus, worauf ihr Lust habt. Tipps der erfahrenen Kreativköpfe inklusive!

1 // Wer bist du, was möchtest du zu dir sagen?

Wir sind Brid und Anja, die beiden Köpfe hinter STUDIO SCHNITTREIF. Vor 8 Jahren haben wir als eigentlich einmalig angelegtes Projekt unser Schnittmuster ANTJE entwickelt. Die gemeinsame Arbeit hat uns so viel Spaß gemacht, dass es nicht bei dem einen Rock bleiben sollte. Mittlerweile sind mehr als 100 Damen-/ Herren- und Kindermodelle entstanden. Vor 2 Jahren haben wir dann die Projektarbeit endgültig beendet und das STUDIO SCHNITTREIF gegründet. Der gemeinsame Name steht sinnbildlich für unser Atelier in dem wir viele kreative Stunden verbringen.

2 // Wann und wie bist du zum Nähen gekommen?

Wir kommen beide aus kreativen Familien und sind schon in der Kindheit mit dem Nähen in Berührung gekommen. DIY liegt uns sozusagen in den Genen. Da liegt es nahe, sich irgendwann selber an die Nähmaschine zu setzen. 

3 // Wann ist aus dem Hobby Berufung oder auch Beruf geworden? Gab es einen Auslöser?

Wer den Wunsch hat, einen Beruf zu haben, der einem wirklich Freude bereitet, der es einem möglich macht, jeden Tag aufs Neue etwas Schönes entwickeln zu können, der ist schnell bei der Idee, sein Hobby zum Beruf zu machen. Dann braucht es nur noch ein wenig Mut, den ersten Schritt zu tun. Bei Anja führte der Weg direkt zum Studienfach Bekleidungstechnik. Brid hat noch einen „Umweg“ über die Innenarchitektur gemacht. Die unterschiedlichen Fachbereiche kommen uns in der jetzigen Arbeit immer noch zu Gute und wir ergänzen uns damit perfekt. Wir haben den Schritt, das Hobby zum Beruf zu machen, nie bereut und genießen diese Freiheit jeden Tag!   

4 // Was fasziniert dich am Nähen?

Nähen ist eine tolle Kombination aus Kreativität und Technik. Man erschafft schöne Dinge, für sich und andere, kann mit Farben, Formen und Mustern experimentieren, sich immer weiterentwickeln und lernt nie aus.

5 // Welches Nähprojekt ist komplett schief gelaufen?

Ein Modell, an dem wir fast verzweifelt sind, ist die Bluse FRAU YOKO. Eigentlich ein Klassiker und nicht wirklich ungewöhnlich, wollte sie aber eine ganze Weile einfach nicht so sitzen und aussehen, wie wir sie uns vorgestellt haben. Wir haben sie so unglaublich oft immer wieder geändert und genäht, dass wir sie zwischendurch fast aufgegeben haben, aber am Ende hat sich die Mühe dann doch gelohnt, denn mittlerweile hat sie sich zu einem unsere beliebtesten Modelle gemausert.

6 // Was war bisher dein aufwendigstes Nähprojekt?

Ich glaube, das aufwändigste Modell, das wir in den letzten Monaten entwickelt haben, ist FRAU MILLA, eine Bluse mit Knopfleiste, Ärmelaufschlägen und Stehkragen. Sie ist zwar nicht wirklich schwierig zu nähen, aber bis alle einzelnen Details fertig sind, dauert es schon eine Weile.

7 // Dein ultimativer Tipp für Näh-Neulinge?

Für Nähanfänger ist es wichtig, als erstes Projekt einen Schnitt mit einer guten Fotonähanleitung zu wählen. Man sollte mit einem wirklich leichten Schnitt ohne viele Details, wie zum Beispiel die Bluse FRAU FRIDA beginnen. Ein schnelles Erfolgserlebnis macht Lust auf weitere Projekte.

Viel Spaß macht es auch, mit einer Freundin gemeinsam zu nähen, einen Nähkurs zu belegen oder einen der tollen Wochenend-Nähtreffs zu besuchen, die überall angeboten werden. Sich gegenseitig zu inspirieren und voneinander zu lernen ist beim Nähen besonders wertvoll!

8 // Was ist dein liebstes Nähgadget?

Ganz ehrlich? Der Nahttrenner! Ihr glaubt gar nicht, wie oft wir immer wieder auftrennen, ändern, neu nähen… bis wir dann irgendwann zufrieden sind.

9 // Was darf in deinem Nähbereich auf keinen Fall fehlen?

Neben den technischen Voraussetzungen wie natürlich der Nähmaschinen und allem was dazu gehört, ist uns eine schöne Umgebung wirklich wichtig, in der wir uns wohl fühlen können. Tee, Kaffee und manchmal auch ein Stück Schokolade dürfen gerne dabei sein.

10 // Woher oder von wem nimmst du deine Inspiration?

Ideen kommen häufig von ganz alleine. Manchmal setzen wir uns aber auch gezielt hin und überlegen, was in unserem Sortiment noch fehlt oder welche aktuellen Trends zu uns passen. Am Ende ist ein neues Modell immer eine Kombi aus vielen Details, Momentaufnahmen, Bildern und manchmal auch Kundenwünschen, die wir zu etwas Neuem kombinieren. Bei allem versuchen wir unserem Stil treu zu bleiben und eine klare Linie beizubehalten!

11 // Hast du einen Näh-Trick, den du verrätst?

Es hört sich vielleicht altmodisch an, aber der Spruch „gut gebügelt ist halb genäht“ hat noch immer seine Berechtigung. Es näht sich einfach leichter, wenn man Nähte ausbügelt, Kanten glättet und Saumzugaben vor dem Festnähen gleichmäßig um bügelt.

12 // Gibt es eine Frage die ich nicht gestellt habe, die du gerne beantworten möchtest?

nein 🙂



Weitere Infos und Inspiration findest du auf:
www.studioschnittreif.de // Instagram: @studioschnittreif // Pinterest: studioschnittreif

Liebe Brid, liebe Anja, ich freue mich so sehr, dass ihr es geschafft habt meine Fragen zu beantworten. Die aktuelle Situation ist für niemanden leicht und ihr habt euch die Zeit genommen. Vielen Dank dafür. Frau YOKO liegt hier übrigens seit Jahren und ich schaffe es nicht, sie auch zu nähen. Jetzt lege ich wohl endlich mal los! Alles Liebe für euch!

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